Leibniz-Schule Offenbach

Sag nicht, dass du Angst hast / Mit Träumen im Herzen

Lesung über Samia Yusuf Omar, die Situation in Somalia und über die Flüchtlingskrise

Artikel von Claudius Blume

Am 07.03.2017 las in der Leibnizschule die Offenbacher Übersetzerin Myriam Alfano aus einem von ihr aus dem Italienischen übertragenen Roman „Mit Träumen im Herzen“ über die Situation der Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute im Allgemeinen und auf die Fluchtursachen in Somalia im Speziellen. Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella verarbeitete in diesem Roman, der 2014 im Original unter dem Titel „Non dirmi che hai paura“, und diesen übersetzend, auf Deutsch zunächst unter dem Titel „Sag nicht, dass du Angst hast“ erschien, die Lebens- und Leidensgeschichte der ehemaligen somalischen Leichtathletin Samia Yusuf Omar.

Unterstützt durch Fotos und Videobeiträge brachte die Lesung den SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8 und 9 die Welt der Somalierin nahe:

Geschildert wurden gesellschaftliche Situation in jenem Land, in dem nach Aussage Frau Alfanos die gefährlichsten Trainingsbedingungen der Welt herrschen.  Seit Samia Yusuf Omars Geburtsjahr 1991 herrschen in diesem Land chaotische Zustände, unter denen die Bevölkerung massiv zu leiden hat: Bürgerkrieg, Hungernöte und Armut und unzählbare Menschenrechtsverletzungen durch religiös-radikale Milizen.

Seit muslimische Extremisten der Al-Shabaab-Miliz die Macht in Mogadischu übernommen hatten, konnte Samia Yusuf Omar nicht mehr offen trainieren. Dass Frauen Sport machten, war für die Milizionäre inakzeptabel. Selbst Männer durften sich nicht in kurzer Kleidung (also etwa in Trainingskleidung) in der Öffentlichkeit zeigen, Frauen aber riskierten, wenn sie auf der Straße nicht eine schwarze Burka trugen, angepöbelt, verschleppt oder direkt vor Ort getötet zu werden. So schlich sich Samia Yusuf Omar nachts in Burka ins Stadion, zog sich dort erst um und trainierte heimlich im Dunkeln...

Theaterstück Deportation Cast

Anfang Mai  2016 begeisterten Schüler des DS-Kurs der Leibniz-Schule mit dem frei nach Björn Bicker inszenierten Stück „Deportation Cast“. Das Stück dreht sich rund um das Thema Abschiebung, wobei besonders kritisch die beleuchtet wurden, die von der Abschiebung nicht selbst betroffen, jedoch wie Beamte der Ausländerbehörde, Ärzte, sowie Rechtsanwälte in das Verfahren involviert sind. Die Szenerie bildete, neben einem nüchternen Berichterstatter, eine Wohnung in Deutschland sowie eine Obdachlosenunterkunft im Kosovo. Es wird das Leben einer deutschen Familie aus der gehobenen Mittelschicht einer abgeschobenen Familie gegenübergestellt. Mit ihrer schauspielerischen Leistung , sowie der Brisanz und Aktualität der Thematik sorgten die Schüler für zwei ausverkaufte Vorstellungen.

Kunstprojekt "Flucht in die Fremde"

Im April stellten-SchülerInnen die Ergebnisse eines fachübergreifenden Projekts zum Thema "Flucht in die Fremde" vor.

Im Rahmen dieses Projekts haben sie sich mit der Lage der Flüchtlinge auseinander- und sich in ihre Situation hineinversetzt, um aus dieser Perspektive heraus mit unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln darzustellen, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen, mit welchen Ängsten und Unsicherheiten man unterwegs zu kämpfen hat und auf welchen Widerstand gerade jener Gesellschaften sie stoßen, durch die sie sich eine Verbesserung ihrer Lage erhofft haben.

Dazu haben die SchülerInnen des Kunst-OKs Herrn Dequis' Zeichnungen, Gemälde, Collagen angefertigt, die unterschiedlichste Aspekte des Themas Flucht auf vielfältig Weise illustrieren, Herr Tyszkiewicz ließ seinen DS-Kurs eine Performance zur (massenhaften Migration), zu emotionalen Aspekten der Flucht und zur Ausgrenzung von Flüchtlingen entwickeln, die am 27.04. vor Publikum aufgeführt wurde zu einer Musik, die eigens hierzu, speziell auf Thema und Darstellung zugeschnitten, SchülerInnen aus Herrn Stottmeiers Musik-OK komponiert hatten.

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